kleine Naturfaserkunde

kleine Naturfaserkunde

kleine Naturfaserkunde

Hier sprechen wir von den Fasern, wie sie uns die Natur liefert, bevor der Mensch sie mit Hilfe von u. a. chemischen Prozessen verändert. Es gibt sicher vielfältige Fragen rund um die Herstellung von Textilien. Wer sich darüber informieren möchte, dem empfehlen wir die zur Verfügung stehende Literatur, z.B. von J. Lehmann: Die Kleidung – unsere zweite Haut, oder von Meike Ried: Chemie im Kleiderschrank (Antiquariat).

die Schafwolle

Schafwolle ist nicht nur im Winter eine wertvolle Naturfaser. Durch viele kleine Hohlräume, die den Aufbau des Wollhaares kennzeichnen, ist Schafwolle praktisch ein nachwachsender „Dämmstoff“. Schafwolle hält Wärme gut, wirkt aber gleichzeitig temperaturregulierend, ist atmungsaktiv. Das in der natürlichen Wolle enthaltene Wollfett Lanolin macht die Wolle schmutzabweisend. Schafwolle ist schwer entflammbar, bewirkt einen natürlichen Ladungsausgleich zwischen Körper und Umwelt und fühlt sich auch noch trocken an, wenn sie viel Feuchtigkeit aufgenommen hat. Dies nutzen wir bei den Babywindelhöschen aus Schafwolle mit Lanolin. Schafwolle kann Staub und Schadstoffe aus der Luft binden. Merinoschafwolle ist weich und fein. Schaffelle wirken entzündungshemmend, fühlen sich nie kalt an, sind hautfreundlich. Die sogenannte Heilwolle enthält das natürliche Lanolin und hat sich u.a. bewährt als Auflage bei Rücken- und Gliederschmerzen.

die Alpakawolle

Die Alpakawolle bekommen wir von dem hauptsächlich in den südamerikanischen Anden lebenden kamelartigen Alpaka. Die Alpakawolle zeichnet sich durch ein hohes Isoliervermögen und gute thermische Eigenschaften im Bezug auf Kälte, Wind und Nässe, aber auch starke Hitze aus. Alpakawolle kratzt nicht, ist sehr weich und fein, dabei aber trotzdem sehr strapazierfähig. Man findet ca. zweiundzwanzig verschiedene Naturtöne.

die Seide

Sie wird vornehmlich aus den Kokons des Maulbeerseidenspinners in China oder demThussahseiden- spinner in Indien gewonnen. Bei der Wildsammlung werden die Kokons der geschlüpften Schmetterlinge verarbeitet. Der Kokon kann nicht mehr zu einem ganzen, langen Faden gesponnen werden, die Seide wird gröber, unregelmäßiger. Bei der üblichen Züchtung mit Seidenspinnern, werden Tiere in den noch geschlossenen Kokons durch Erhitzen getötet und man erhält danach die sehr feine Haspelseide. Wenngleich die geschlüpften Schmetterlinge keine Nahrung mehr aufnehmen können und nach der Vermehrung ihr Leben beenden, ergibt sich hier sicher eine Frage. Mittlerweile gibt es immerhin auch im Seidenbereich Projekte, in denen  Bioseiden produziert werden. Seide ist leicht und bequem, wirkt temperaturausgleichend und ist allergikerfreundlich.Tussahseide hat eine goldengelbliche bis bräunliche Färbung, Maulbeerseide ist sehr hell und feiner. Seide lässt sich gut mit Pflanzen färben.

die Baumwolle

Baumwolle ist keine tierische Faser sondern besteht aus Zellulose. Es ist eine sehr strapazierfähige, zug- und reißfeste Faser, die beständig gegen Hitze und Laugen ist und damit sehr langlebig. Daher ist Baumwolle sehr gut geeignet für Allergiker. Sie kann viel Wasser aufnehmen, ist weich und kühlend.

das Leinen

Jahrhundertelang wurde bei uns das Leinen angebaut, die Faser für Bekleidung neben der Schafwolle. Sie wurde und wird aus der Flachspflanze gewonnen. Erst mit der Industrialisierung verdrängte die Baumwolle dieses sehr strapazierfähige und langlebige Gewebe. Leinen zeichnet sich des weiteren durch seine kühlenden und schmutzabweisenden Eigenschaften aus und ist mottenbeständig. Leinen ist ein unelastisches und deshalb leicht knitterndes, reibungsempfindliches Gewebe, mit einem seidigen Glanz.

Noch ein Wort zum Färben mit Pflanzen

pflanzengefärbte Garne enthalten neben der sichtbaren Färbung immer alle Farben des Farbkreises, was auf das Auge wohltuend harmonisch und lebendig wirkt. Alle Farben lassen sich miteinander kombinieren, ja unterstützen sich in ihrer Strahlung, im Unterschied zu chemisch erzeugten Farben, die aus isolierten Farbstoffen hergestellt werden. Wie schon erwähnt ergibt sich auch bei der Betrachtung von Färbungen die Frage der Umwelt- und Körperverträglichkeit.